Tipps vom Profi 2013 / 2014

"Sicher und mit Spaß Wintersport genießen"

Die Geschwindigkeit bei den unterschiedlichen Schneesportdisziplinen nimmt von Jahr zu Jahr zu. Neben den äußerlichen Risiken wie Wetter, Sicht und Schneeverhältnisse ist gerade das persönliche Verhalten um die Unfallgefahr zu reduzieren wichtig. Um Verletzungen beim Schneesport zu verhindern ist es daher sinnvoll, bestimmte Regeln zu beachten.

Regel 1: Persönliche Grenzen kennen und beachten

Durch immer besseres Material und durch eine perfekte Pistenpflege kommt es immer häufiger zur gefährlichen Selbstüberschätzung. Da gerade die zu hohe Geschwindigkeit für viele Unfälle verantwortlich ist, sollte sich jeder Einzelne über seine persönlichen Grenzen bewusst sein und lieber einmal öfter sein Fahrtempo drosseln.
Nicht umsonst heißt es in der FIS Verhaltensregel Nr. 2 "Beherrschung der Geschwindigkeit und der Fahrweise:
Jeder Skifahrer und Snowboarder muss auf Sicht fahren. Er muss seine Geschwindigkeit und seine Fahrweise seinem Können und den Gelände-, Schnee- und Witterungsverhältnissen sowie der Verkehrsdichte anpassen."

Regel 2: Vor der ersten Abfahrt und während des Tages
  • Wärmen Sie sich vor dem Skifahren ca. 10 Minuten auf (Hüpfen, trampeln …).
  • Halten Sie regelmäßig für Pausen an und denken Sie daran, dass Ihr Körper in der Höhe und gerade bei Kälte mehr Flüssigkeit beansprucht - Alkohol jedoch erst beim "Apres Ski"! Wasser und isotonische Getränke sind ideal, dem Körper Energie, Mineralstoffe und Vitamine zuzuführen.
  • Achten Sie immer auch auf den Skibetrieb hinter Ihnen. FIS Verhaltensregeln.
  • Bleiben Sie auf den markierten Pisten. Freeriding ist etwas für Profis und erfordert nicht nur Können, sondern auch viel Erfahrung und eine komplette Sicherheitsausrüstung (Pieps, Lawinenschaufel, Sonde, Handy, Rettungsdecke – ggf. Airbag, Sauerstoff, etc.).
Regel 3: Rücksichtnahme auf die anderen Skifahrer und Snowboarder

Ist auch gleich die FIS Verhaltensregel Nummer 1. Viele Unfälle könnten vermieden werden, wenn rücksichtsvoller miteinander umgegangen wird. So steigt das Unfall und Verletzungsrisiko mit der Geschwindigkeit. Auch weniger geübte Fahrer erreichen bis zu 60 Stundenkilometer.
Deshalb: "Jeder Skifahrer und Snowboarder muss sich so verhalten, dass er keinen anderen gefährdet oder schädigt."

Regel 4: Sollte es doch zu einem Unfall kommen

FIS Verhaltensregel Nr. 9
"Hilfeleistung:
Bei Unfällen ist jeder Skifahrer und Snowboarder zur Hilfeleistung verpflichtet."

Im Fall einer Verletzung merken Sie sich die PECH Regel:

P = Pause
E = Eis bzw. Schnee drauf
C = Compression (Verband)
H = Hochlagerung bzw. H = Handy = Hilfe rufen

Im Notfall müssen Sie schnell und geordnet handeln:
  • Bewusstseinslage abschätzen, um Hilfe zu rufen! Umstehende ganz kurz befragen (Diabetiker, …)!
  • Atmung beurteilen (Atemhauch, Heben des Brustkorbs): Keine fehlerhaften, langwierigen Pulskontrollen mehr!
  • Atemwege befreien!
  • Herzdruckmassage (HDM) 100x pro Minute (Rhythmus: We all live in a yellow submarine) 30 x HDM / 2 x Beatmung (5 cm tief). Wenn Sie alleine sind, dann nur HDM durchführen
  • So früh wie möglich Notruf (112) absetzen!
  • Atmenden Bewusstlosen in stabile Seitenlage rollen (Achtung: Je nach Verletzung)!
  • Mit den Notfallmaßnahmen erst aufhören, wenn professionelle Hilfe da ist!

Wir wünschen allen einen schönen und vor allem unfallfreien Winter in den Bergen bei den Schneesportarten Ski, Snowboard und Langlauf. Wir freuen uns auf die neue Skisaison 2013 / 2014!

Ski heil, Ihr
Jürgen Hölzl

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