Tipps vom Profi

Große und kleine Radien – Spaß auf der Piste

Wir Schneesportler müssen uns auf die unterschiedlichsten Situationen einstellen. Jeder Tag in den Bergen bietet uns ein großes Spektrum an Situationen, die wir mit Ideenreichtum bewältigen können. So verändern sich das Gelände (Bsp. steil – flach), der Schnee (Bsp. eisig – weich), das Wetter (Bsp. Sonne – Wolken) und unsere Kondition während des Tages.

Deshalb müssen wir unsere drei Grundfunktionen (Kanten, Belasten und Drehen) den jeweiligen Bedingungen flexibel anpassen.

Was bedeutet das nun für unsere Radien:
Fahren wir bei guter Sicht im flachen oder mittelsteilen Gelände bei griffigem Schnee, können wir mit großen Radien sicher die Piste hinunter carven.

Carving (von englisch to carve – schnitzen) ist eine Weiterentwicklung des „geschnittenen Schwungs“ beim Skifahren. Die Schwünge werden vollständig auf den Stahlkanten gefahren, statt durch die Kurve zu driften. Bezüglich der Gundfunktionen bedeutet das:

  • Beim Kanten nehmen Innen- und Außenbein annähernd den gleichen Winkel ein.
  • Die Innenkante des Außenskis ist stärker belastet und übernimmt den Hauptanteil der Steuerarbeit (der Innenski wird situationsgerecht mitbelastet).
  • Ökonomisches Fahren mit gleichmäßigem Druckaufbau ohne abrupte Belastungswechsel (kaum oder keine Hoch-Tief-Bewegung).
  • Eine ruhige, bewegungsbereite, stabile Körperposition über den Skiern.
  • Fahren entlang der Skitaillierung beider Ski in deutlich offener Skistellung.
  • Arm- bzw. Stockarbeit nur als Gleichgewichtshilfe.

Wird die Sicht schlechter, das Gelände steiler oder die Piste eisig, ist es ratsam auf kleinere Radien zu wechseln. Die Gundfunktionen Kanten, Belasten und Drehen ändern sich bei kleineren Radien in Umfang und Ausführung.

  • Wir müssen die Kantbewegung verstärken und den Druck auf den Außenski erhöhen.
  • Aktive Hoch-Tief-Bewegung aus den Beinen mit großem Umfang.
  • Der Oberkörper bleibt ruhig und die Dreh- und Kantbewegung kommt nur aus den Beinen.
  • Eine rhythmische und fließende Fahrweise erleichtert uns den Kurzschwung.
  • Einsetzen des Stockes als Rhythmus- und Abstoßhilfe.

Hier noch einige Zeichen für einen guten bzw. sehr guten Schneesportler:

  • Die Bewegungen sind rhythmisch und dem Kurvenverlauf angepasst.
  • Die Fahrweise ist sportlich, dynamisch, fließend und jederzeit kontrolliert.
  • Die Bewegungen werden aus dem Beinen initiiert (Skifahren ist Kniefahren).
  • Druckaufbau so früh wie möglich auf der Innenkante des neuen Außenskis.
  • Der Oberkörper gleicht aus, um optimal zu belasten.
  • Der Körperschwerpunkt bewegt sich zum Kurvenwechsel nach vorne.
  • Die Knie und das Becken werden seitwärts in Richtung Kurvenmitte bewegt.
  • Die Ski werden parallel geführt.
  • Die Arme befinden sich seitlich vor dem Körper (Hände im Sichtbereich).
  • Die Grundposition ist gekennzeichnet durch leichte Beugung von Fuß-, Knie-, und Hüftgelenken.

Erleben Sie mit der 1.donauwörther skischule im VSC und Ihren Schneesportlehrern die vielen situativen Ausprägungen der Skitechnik – fahren Sie mit uns mit!
Wir freuen uns auf die neue Schneesportsaison 2019 / 2020.

Ski heil, Euer
Jürgen Hölzl

Tipps vom Profi aus älteren Programmheften:

» Tipps vom Profi 2018 / 2019
» Tipps vom Profi 2017 / 2018
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